IMHO: Die AusweisApp und Linux: Ein Trauerspiel!

Mitte des Jahres war es endlich so weit: Die Linux-Version der AusweisApp für Linux wurde nach langem Warten veröffentlicht. Seit dem sind knapp 6 Monate vergangen und zu den damals veröffentlichen Paketen für Debian und Ubuntu hat sich zwischenzeitlich nur ein Paket für OpenSuse gesellt. Pakete für andere Distributionen aus den Top-10 von Distrowatch sucht man hingegen nach wie vor vergebens.

Ebenfalls wenig Vertrauenerweckend sind auch folgende Sätze, die man auf der Download-Seite lesen „darf“:

Hinweis für Nutzer von Ubuntu 11.04 und 11.10
Der Fenstermanager unity wird nicht unterstützt (siehe FAQ-Eintrag).

Oder etwa

Die aktuelle Version 1.5 der AusweisApp für Windows unterstützt den Internetbrowser Firefox 7. Eine Lösung für die Linux Distributionen wird derzeit erarbeitet.

Auch wenn man über Unity geteilter Meinung sein darf, so gibt es doch kein sehr gutes Bild ab, wenn eine Anwendung (aus welchen Gründen auch immer) eine oder mehrere Benutzeroberflächen nicht unterstützt.

Aber auch der Umstand, das es bei der Linux-Version einer anderen „Lösung“ bedarf, als bei der Windows-Version, um die Anwendung zum Firefox 7 kompatibel zu machen, wirkt nicht wirklich professionell. Zumindest, wenn es darum geht, Software für mehrere Plattformen parallel zu entwickeln. Das die Linux-Version zumindest bei den Versionsnummern hinterherhinkt, fällt da schon nicht mehr arg ins Gewicht.

Liebes BIS, so wird das nix mit der gewünschten Akzeptanz des ePerso. Warum sollte ich mir diesen ach so tollen Personalausweis früher als nötig zulegen, wenn ich ihn nicht mit dem Betriebssystem meiner Wahl nutzen kann? Für die fälligen 29 Euro findet sich garantiert eine bessere Verwendung :mrgreen:

Vielleicht sollte Fedora-Blog.de eine Presseanfrage1 an das verantwortliche BSI richten, ob und wann weitere Distributionen unterstützt werden oder wie man sich als Nutzer einer (noch) nicht unterstützten Distribution verhalten soll, wenn man den ePerso im Internet nutzen möchte 😉

  1. oder zumindest eine Anfrage im Namen von Fedora-Blog.de []

Kein Unity in Fedora & openSUSE

„Vorerst“, müsste man der Überschrift eigentlich noch hinzufügen.
Im Umfeld der großen Distributionen Fedora und openSUSE hatten in den letzten Monaten Entwickler erste Bestrebungen gezeigt, Canonicals Oberfläche „Unity“ zu portieren. Diese Bemühungen scheinen nun vorerst gescheitert zu sein.

Laut Fedora-Entwickler Adam Williamson, liegt dies zum einen in der persönlichen Motivation begründet, zum anderen an einem Bug seitens der Unity-Entwickler. Dieser sollte eigentlich nach Weihnachten in Angriff genommen werden, aber selbst auf Williamsons erneute Anfrage von Ende Januar gab es keine Reaktion.

Bei Nelson Marques von openSUSE, dem Äquivalent zu Williamson, sieht es recht ähnlich aus. Er beschreibt Probleme mit Compiz als Hauptpunkt auf der technischen Seite, die ihn zwingen seine Arbeite vorerst einzustellen. Marques beschreibt die Arbeit als ziemlich frustrierend, stellt jedoch gleichzeitig klar, dass er das Projekt wieder aufnehmen wolle, sobald die Probleme bei Compiz in Griff bekommen wurden. In der Zwischenzeit wende er sich nun lieber Dingen zu, die „weniger seine Motivation auffressen“.

Damit ist und bleibt Ubuntu vorerst die einzige Distribution mit Unity als Desktop-Oberfläche, wenn auch beide Entwickler die Fortsetzung ihrer Arbeit offen ließen und anboten, hilfsbereiten Maintainern den Code zu überlassen.