Fedora 24: Änderungen bei den default applications vorgeschlagen

GnomelogoDer Gnome-Entwickler Michael Catanzaro hat heute auf der Desktop-Liste des Fedora-Projektes vorgeschlagen, einige Änderungen bei den standardmäßig installierten Anwendungen vorzunehmen:

  • Empathy soll nicht mehr standardmäßig installiert werden, da es unter anderem von normalen Anwendern kaum genutzt wird und die Oberfläche veraltet wirkt.
  • Shotwell soll durch Gnome Photos ersetzt werden, da Shotwell seit knapp einem Jahr nicht mehr weiterentwickelt oder gepflegt wird.
  • Rhythmbox soll durch Gnome Music ersetzt werden, da Rhythmbox zu sehr nach Datenbank-Frontend aussieht und Music inzwischen – von einigen Ecken und Kanten abgesehen – ein ebenbürtiger Ersatz ist.

Wer mit diesen vorgeschlagenen Änderungen nicht einverstanden ist, kann auch weiterhin Empathy, Shotwell oder Rhythmbox nachinstallieren. Wobei im Moment noch nicht entschieden ist, ob diese Änderungen überhaupt umgesetzt werden.

Rhythmbox verhindert die automatische Bildschirmsperre

In aktuellen Versionen von Rhythmbox steckt seit Version 2.99 ein Bug, der verhindert, das der Bildschirm automatisch gesperrt wird, sobald der Anwender für eine gewisse Zeitspanne inaktiv ist.

Der momentan einzig praktikable Workaround ist, die Wiedergabe zu pausieren, sobald man seinen Rechner verlässt, da dieser Bug anscheinend nur während der Wiedergabe auftritt.

Rhythmbox hat Probleme beim Abspielen von Webstreams

Rhythmbox hat seit der Version 2.98 teilweise Probleme bei der Wiedergabe von Webstreams. Dies äußert sich darin, das sich nach dem Aufruf des Webstreams nichts mehr tut und Rhythmbox stumm bleibt.

Ursache dieses Problems ist ein Bug im gvfs (Gnome Virtual File System), der sich jedoch leicht dadurch beheben lässt, das man den Prozess gvfsd-http über einen Taskmanager oder mittels

killall gvfsd-http

beendet, nachdem man einen anscheinend nicht funktionierenden Webstream aufgerufen hat.

mpd für den lokalen Einsatz konfigurieren

Der Music Player Daemon (mpd) ist eine interessante Alternative zu Musikplayern, wie z.B. exaile oder rhythmbox. Da der Einsatz von mpd als Service einigen Aufwand mit der Anpassung von Berechtigungen erfordern würde, möchte ich kurz aufzeigen, wie man mpd so einrichtet, das er lokal innerhalb einer Sitzung ausgeführt wird.

Zuerst einmal müssen wir mpd sowie einen passenden Client, wie z.B. sonata installieren. Da mpd Bestandteil der rpmFusion Repositories ist, müssen diese eingerichtet sein, um fortfahren zu können.

su -c'yum install mpd sonata'

Nachdem mpd installiert wurde, legen wir zuerst den Service still, um nicht später mit irgendwelchen Konflikten zu kämpfen zu haben:

su -c'systemctl stop mpd.service&&systemctl disable mpd.service'

Als nächstes erstellen wir die von mpd benötigten Verzeichnisse sowie die Konfigurationsdatei

mkdir -p ~/.mpd/playlists
nano ~/.mpdconf

Die Konfigurationsdatei sollte wie folgt aussehen:

port                    "6600"
music_directory         "~/Musik/"
playlist_directory      "~/.mpd/playlists"
db_file                 "~/.mpd/mpd.db"
log_file                "~/.mpd/mpd.log"
bind_to_address         "127.0.0.1"
mixer_type              "software"
#user                    ""
pid_file                "~/.mpd/pid"
state_file              "~/.mpd/state"
sticker_file            "~/.mpd/sticker"

audio_output {
        type    "pulse"
        name    "PulseAudio"
        #server  "localhost"   # optional
        #sink    "alsa_output" # optional
}

Als Wert für die Option „user“ sollte der eigene Benutzername eingetragen werden, damit sichergestellt ist, das mpd auf den in der Option „music_directory“ hinterlegten Pfad zugreifen kann.

Um sicherzugehen, das es keine Probleme beim Start von mpd gibt, führen wir folgenden Befehl in einem Terminal aus

mpd -v – stdout

Sofern keine Fehlermeldungen erscheinen, können wir unseren mpd-Client starten, uns mit dem lokalen mpd verbinden und wie gewohnt Musik hören. Sollten irgendwelche Fehlermeldungen im Terminal erscheinen, können wir mpd mittels

mpd – kill

beenden und sobald die Ursache des Problems behoben ist, können wir mpd neu starten. Falls keine neuen Fehlermeldungen mehr erscheinen, kann das Terminal geschlossen werden, da mpd als lokaler Daemon im Hintergrund weiter ausgeführt wird.

Zu guter Letzt müssen wir nur noch dafür sorgen, das mpd automatisch zu Beginn jeder Sitzung gestartet wird, indem wir den entsprechenden Befehl in den Sitzungeinstellungen hinterlegen.

Nichts desto trotz übernehmen wir keine Verantwortung, falls das eigene System durch diese Anleitung unbrauchbar gemacht werden sollte. Das Befolgen dieser Anleitung geschieht somit auf eigene Gefahr!

rhythmbox ist sehr instabil

Die derzeit von Fedora verwendete Rhythmbox Version 2.90.1-10.git20110502.fc15.i686 ist im alltäglichen Betrieb nur eingeschränkt nutzbar.

So stürzt rhythmbox beispielsweise reproduzierbar ab, wenn man die Eigenschaften eines Audio-Streams öffnen möchte, während dieser grade abgespielt wird1. Ganz abgesehen davon, das durch das letzte Update Teile der Standard-Konfiguration wieder hergestellt wurden, was man durchaus auch als No-Go bezeichnen kann.

  1. https://bugzilla.redhat.com/show_bug.cgi?id=708613 []

Rhythmbox: Lieder bei Bedarf in die Playlist einbinden

Ein kleiner, aber feiner Tipp für alle, die einige MP3s – z.B. Weihnachtslieder – nur kurzzeitig in ihre Bibliothek einbinden möchten:

Im Gegensatz zu Exaile kann man bei Rhythmbox nur ein Verzeichnis für die Bibliothek angeben. Dieses Manko lässt sich jedoch relativ einfach lösen, ohne permanent die Audiodateien herum zu kopieren: Man legt in dem Verzeichnis, welches man als Bibliotheksverzeichnis angegeben hat, einen oder mehrere Symlinks1 auf die Verzeichnisse mit den Audiodateien, die man vorübergehen in die Bibliothek einbinden möchte, an. Wenn man die Audiodateien nicht mehr in seiner Bibliothek haben möchte löscht man den/die Symlink(s) einfach wieder 😉

  1. ln -s … []