Gnome Shell Integration für Chrome/Chromium [Update]

Bitte beachtet auch die Anmerkungen zu den HowTos!

Eines der größten Mankos für Leute, die Google Chrome/Chromium unter Gnome verwenden, war die fehlende Integration in Gnome, was sich dadurch äußerte, das sich bislang über https://extensions.gnome.org/ keine Erweiterungen installieren ließen.

Seit einigen Tagen gibt es jedoch ein COPR, welches eine Extension zur Integration von Chrome/Chromium in die Gnome Shell bereitstellt.

Die Installation erfolgt durch folgende Kommandos

su -c'dnf copr enable region51/chrome-gnome-shell'
su -c'dnf install chrome-gnome-shell'

Anschließend in Chrome/Chromium die Browser-Erweiterung installieren, neu starten und fertig.

Warum man unter Linux Chromium anstatt Chrome nutzen sollte

Googles Chrome-Browser ist zugegebener maßen ein sehr schneller und deshalb auch sehr beliebter Browser.

Unter Linux sollte man (sofern möglich) dennoch lieber auf das zugrunde liegende Chromium Projekt zurückgreifen und deren Browser verwenden. Der Grund dafür ist relativ simpel: Die Chrome Entwickler haben, als sie z.B. ffmpeg eingebunden haben, das Projekt schlicht geforkt und ihre Änderungen nicht an das Upstream-Projekt zurück gegeben. Somit schleppt Chrome viel unnötigen Ballast mit sich herum, der obendrein auch zusätzliche Angriffsflächen bietet. Sofern es Chromium-Pakete für eine Linux-Distribution gibt, sollte man diese alleine schon aus Sicherheitsgründen vorziehen, da diese in der Regel soweit möglich um unnötigen Ballast in Form von bereits vorhandener Bibliotheken etc befreit wurden. Dies lässt sich auch relativ gut an folgender Gegenüberstellung erkennen:

Browserinstallierte Pakete
Chrome 2325
Chromium 239

Der Anfang vom Ende: Flash-Plugin 11.2 erschienen

Adobe hat heute die finale Version 11.2 des Flash-Plugins freigegeben und damit de-facto den Anfang vom Ende des Flash-Plugins unter Linux eingeläutet. Adobe verspricht zwar, die Version 11.2 des Plugins unter Linux für die nächsten 5 Jahre zu pflegen, jedoch bezieht sich dieses Versprechen nur auf Sicherheitsupdates und Bugfixes.

Wer neuere Funktionen möchte oder benötigt, wird gezwungen sein, Google Chrome zu verwenden.

IMHO: Spot’s Chromium Pakete sind nicht produktiv brauchbar

Tom „Spot“ Callaway stellt bekanntlicher weise seit einiger Zeit selbst erstellte rpm Pakete von Chromium für Fedora bereit, was auch ein schöne Sache ist.

Nur sind diese Pakete leider nicht produktiv nutzbar, da sie nur sporadisch aktualisiert werden. Updates auf neue Versionen oder für Sicherheitslücken werden beispielsweise nicht zeitnah durch aktualisierte Pakete behoben. Was Nutzer einem teilweise nicht unerheblichem Risiko aussetzt. Aktuell existiert beispielsweise eine Sicherheitslücke, die es erlaubt, die Sandbox von Chromium zu umgehen. Upstream, das heißt beim Chromium Projekt ist dieser Fehler inzwischen gefixt worden und Google hat aktualisierte Chrome-Versionen veröffentlicht. Nutzer von Spot’s Chromium Paketen warten jedoch noch immer auf ein entsprechendes Update. Mir ist dabei durchaus bewusst, das die Chromium-Pakete von Spot eine One-Man-Show sind und das Spot auch noch andere Verpflichtungen hat, weshalb er sich nicht 24/7 um die Chromium Pakete kümmern kann. Das will ich auch nicht verlangen, aber es wäre trotzdem schön, wenn Updates zeitnah weitergereicht werden.

Und solange das nicht der Fall ist, sind die Chromium Pakete von Spot IMHO nicht für den produktiven Einsatz geeignet.

Flash-Player für Linux wird de facto eingestellt

Wie Phoronix berichtet, wird Adobe sein Flash-Plugin nach Version 11.2 auf die PPAPI umstellen, die jedoch momentan nur von Google Chrome/Chromium unterstützt wird. Neuere Linux-Versionen des Flash-Plugins werden aus diesem Grund auch nur zusammen mit Google Chrome ausgeliefert und nicht mehr bei Adobe zum Download angeboten werden.

Auch wenn Adobe die Version 11.2 des Plugins weiterhin pflegen wird, wird damit das Flash-Plugin für Linux de facto eingestellt, da die Nutzer gezwungen werden, Google Chrome zu nutzen, falls eine Seite eine Flash-Version neuer als 11.2 benötigen sollte.

arora: schlanker QT-Webbrowser

Neben den üblichen Verdächtigen unter den Webbrowsern wie Firefox, Oper oder Chrome/Chromium, die allesamt Schwergewichte sind, gibt es noch einige schlanke Alternativen.

Eine dieser Alternativen ist arora, ein auf QT basiernder Webbrowser, der wie Chrome/Chromium die Webkit Engine verwendet. Arora gibt es für Windows, MacOS X und Linux und macht trotz seiner frühen Versionsnummer (z.Zt. 0.11) schon einen sehr ausgereiften und stabilen Eindruck.

Die Oberfläche ist relativ unspektakulär, da sie sich an den GUIs anderer Browser orientiert, was auch für Features wie Tabs gilt. Der einzige Unterschied, der schnell auffällt, ist der zum Lieferumfang gehörende Adblocker. Bei anderen Browsern muss dieser in der Regel nachträglich durch entsprechende Addons nachgerüstet werden.

Bei Fedora befindet sich Arora bereits im Standard-Repository, so dass man das Paket einfach per

su -c'yum install arora'

installieren kann.

Google Chrome unter Fedora installieren

Wer Google Chrome als Browser nutzen und unter Fedora über die Paketverwaltung installieren möchte, muss zuerst mittels

su -c'nano /etc/yum.repos.d/google-chrome.repo'

eine .repo-Datei mit folgendem Inhalt erstellen

[google-chrome]
name=google-chrome
baseurl=http://dl.google.com/linux/chrome/rpm/stable/$basearch
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub

Falls man ein 64bit System nutzt, muss in der baseurl lediglich das i386 durch x86_64 ersetzt werden.

Nachdem man die repo-Datei gespeichert hat, kann man Google Chrome über einen der folgenden Befehle installieren:

su -c'yum install google-chrome-stable'
su -c'yum install google-chrome-beta'
su -c'yum install google-chrome-unstable'

Je nachdem, welchen der Befehle man ausführt, wird entweder die aktuellste Stabile, Beta oder Entwickler-Version von Chrome installiert und zukünftig beim Erscheinen von Updates auch über die Paketverwaltung aktualisiert.