Fedora 17 & Gnome: Neues Mountverhalten bei USB-Sticks und -Platten

Eine der vielen Neuerungen von Fedora 17 ist udisks2. Selbiges kommt zum Einsatz, wenn man Gnome 3.4 einsetzt. Daraus ergibt sich aber ein nennen wir es ungewohntes Verhalten beim mounten von USB-Medien.

Diese werden nicht mehr, wie gewohnt, unter /media/$stick gemountet, sondern unter /run/media/$user/$stick. Für die Desktop-Benutzung hat das erst mal keine Auswirkung. Nautilus zeigt den Stick ganz normal in der rechten Spalte und dort lässt er sich ein- und aushängen.

Problematisch wird es erst, wenn man den Datenträger über die Konsole sucht. Dementsprechend müssen selbst erstellte Scripte angepasst werden.

Ein weiteres Problem ist/war, dass USB-Medien nicht mehr gemountet werden, wenn sie eingesteckt sind, bevor das System (re)bootet bzw. udisks2 bereit ist. Dies war zumindest während der Beta so. Nun sind hier bei mir auf Grund von Abhängigkeiten beide Varianten (udisks und udisks2) installiert sind. Und nun werden Sticks/Festplatten/DVDs/whatever während des Bootvorgangs eingehangen.

Zum Schluss noch 2 Vermutungen:

  1. Eine Lösung scheint zu sein udisks oder irgendein Paket, das udisks als Abhängigkeit mit sich bringt, zu installieren.
  2. Dieses „Problem“ scheint erst mal nur Gnome zu betreffen, da meines Wissens nach die anderen Desktop-Umgebungen noch udisks einsetzen.

Fedora 17 „Beefy Miracle“ – Ein Zwischenbericht

Das ist also mein erster Gast-Beitrag für Fedora-Blog.de. Worum soll’s gehen? Eigentlich sollte es ein kurzer Statusbericht zu Fedora 17 „Beefy Miracle“ werden. Aber was schreibt man, wenn es im Großen und Ganzen gut läuft?

Okay, das Wichtigste zuerst: So sieht Fedora 17 (mit Gnome) bei Neuinstallation aus:

Screenshot von Fedora 17 "Beefy Miracle"
Screenshot von Fedora 17 "Beefy Miracle"

Der/die/das Wallpaper ist mal richtig schick geworden.

Ich kann in Sachen Problemen eigentlich nur von ein paar kleineren Macken berichten. Das soll nicht heißen, dass es keine gibt, sondern nur, das ich keine größeren Probleme habe: ymmv.

Ein Punkt ist das von Gnome eingeführte Application-Menü: Das Ding ist vielleicht nervig! Auf einem Monitor vielleicht ja noch ganz nett, aber auf 2 sieht das dann so aus:

Das "Application Menu" ist nicht immer hilfreich

Okay, das ist jetzt kein echter Bug. Aber ist nervig ist es trotzdem!
Das 2. Problem ist schon ein echtes: Ich kann bei einigen Anwendungen (Evolution & Gwibber) nicht richtig scrollen, bei anderen (z.B.: Gnome Terminal) hingegen schon. Wenn ich wüsste gegen welches Paket ich einen Bug filen soll, dann würd ich das tun. Gegen Gtk3? Das Terminal funktioniert tadellos. Gegen die einzelnen Programme? Es ist 3mal derselbe Effekt, da ist es doch unwahrscheinlich, dass es 3 verschiedene Bugs sind.

Eine gewisse Zeit lang war die Gnome-Shell etwas wackelig, d.h.: Sie startete unregelmäßig neu. Mittlerweile hat sich aber auch das erledigt.

Soweit zu den „Problemen“, wenn man das so nennen möchte. Ich bin von einer de facto Beta anderes gewohnt. Insgesamt läuft es hier schon richtig rund und Gnome 3.4 ist eine schöne Verbesserung gegenüber 3.2. Wobei sich nur schwer erklären lässt warum. Es ist an vielen Kleinigkeiten geschraubt worden, so dass es im Gesamteindruck einfach etwas runder, glatter und schöner wirkt. Eine Liste der Änderungen gibt es hier. Und langsam füllt sich auch die Extensions Homepage. Während ich das hier schreibe, haben wir 7 Seiten mit kompatiblen Extensions. Das ist doch schon mal was!

Benutzer anderer Desktop dürften nicht so viele offensichtliche Änderungen auffallen, zumindest bei Xfce sollte in den aktuellen Fedora Releases die Version die gleiche sein.
Das Verschieben aller Binaries nach /usr/bin bzw. /usr/lib hat wohl die meiste Aufmerksamkeit in den entsprechenden Online-Medien bekommen. In der Praxis merke ich keinen Unterschied. Wie auch? Für mich als User ist es völlig egal, ob die Binaries in /bin, /usr/bin oder in /mordor liegen. Hauptsache mein System weiß, wo die Dinger sind und findet sie, wenn ich sie brauche.

In der Praxis sieht das jedenfalls so aus:
$ ls -l /
insgesamt 64
lrwxrwxrwx. 1 root root 7 21. Feb 20:52 bin -> usr/bin
(...)
lrwxrwxrwx. 1 root root 7 21. Feb 20:52 lib -> usr/lib
(...)
lrwxrwxrwx. 1 root root 8 21. Feb 20:52 sbin -> usr/sbin

Letztlich, wie erwartet, etwas unspektakulär.

Wer eine freie Partition über hat oder VirtualBox (oder Qemu-KVM, …) installiert hat, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren.

Wenn ihr upgraden wollt: Nutzt preupgrade. Ehrlich! Ein Upgrade via yum ist zum Scheitern verurteilt. Besser ihr führt das Upgrade nur aus, wenn ihr auch wisst, was ihr tut. Alle anderen sollten warten, bis „Beefy Miracle“ erschienen ist.