Ubuntus Dapper+1

In einer Email an die Ubuntu-Announce-Liste eröffnet Ubuntu-GrÌnder Shuttleworth einen Ausblick auf das ÌbernÀchste Release. Dies soll „The Edgy Eft“ heiÿen und „bleeding edge“ sein.

FÌr mich kommt hier durch das Ubuntu doch ein Problem hat: Ubuntu soll sowohl eine stabile Basis fÌr Unternehmen sein und dann jetzt ggf. alle 1/2 Jahre „bleeding edge“ (so wie Fedora). Das wÌrde dann aber bedeuten, das es nur einmal im Jahr etwas stabiles und auch nur einmal im Jahr etwas Fortschrittliches gibt.

We didn’t plan it this way, but I suspect the next two to three
years will look similar – we’ll start of with a release that has a lot
of edge and new tech (remember Warty?) and polish that up till we see
the timing is right for a really polished enterprise „long term support“
release, like Dapper.

Mark Shuttleworth

Bei Fedora gibt es ja die klare Trennung zwischen Fedora Core und RHEL (Red Hat Enterprise Linux) mit unterschiedlichen Release-Zyklen. Und ich denke auch deswegen um einiges flexibler, weil Fedora von vorne herein gesagt hat das es fortschrittlich sein will. Dabei muss ich sagen ist es aber gleichzeitig um ein vielfaches stabiler
und moderner als die angeblichen Vorreiter Debian-unstable oder Gentoo.

Ubuntu hat ein Definitionsproblem, da Fedora bereits „fortschrittlich“ besetzt hat. Eigentlich wollte Ubuntu ja „einfach funktionieren“ und „fÌr Menschen“ sein. Aber „bleeding edge“ hört sich Ìberhaupt nicht mehr danach an.

Also sehe ich Ubuntu in einer IdentitÀts-Krise, da es aus meiner Sicht keine klare und nach auÿen hin verstÀndliche Entwicklungsmaxime mehr gibt. HÀtte diese Mail von Mark Shuttleworth gerade auch diesen menschlichen Aspekt weitergestrickt, so wÀre es vielleicht anders. Es gibt da im Bereich Linux und GNOME z.B. vieles zu verbessern – ich habe aber bisher auch nicht gesehen, das Ubuntu da z.B. einen Vorsprung vor Fedora gehabt hÀtte (z.B. wg. weil Ubuntu-User Monitorauflösungen von Hand einstellen mÌssen). Ich frage mich auch, inwieweit Ubuntu sich denn auch von Debian ablösen will in dem sie selber die Pakete von Grund auf gestalten? Denn noch sind viele Pakete fast hundertprozentig Debian – und Debians Maxime war immer eher „it’s ready when it’s ready“. Vielleicht ist deswegen Ubuntu auch im April nicht „ready“ geworden?