Fedora und veraltete Software

Irgendwann vor 8 oder mehr Jahren wollte man mit dem Echo Icon-Theme Fedora ein eigenes Icon-Theme spendieren, damit sich Fedora noch ein wenig mehr von anderen Distributionen abhebt. Immerhin ist das derzeitige Fedora Icon-Theme im grunde nur eine Erweiterung des Mist Icon-Themes. Wie so oft bei solch ambitionierten Projekten schlief die ganze Sache aber irgendwann ein und somit dümpelt Echo seit fast 8 Jahren ohne Update als Zombie in den Repositories herum. Das dieses Theme wohl kaum mit aktuellen Versionen von Gnome, KDE, Xfce und Co vernünftig zu nutzen ist, dürfte wohl jedem einleuchten.

Ich frage mich jedoch, ob es wirklich sein muss, das solche Zombies jahrelang in den Fedora Repositories herumdümpeln, obwohl das Upstream Projekt inzwischen tot ist. Solange sich die Pakete ohne Fehler bauen lassen hat sie vom Fedora Projekt natürlich auch niemand auf dem Radar – wahrscheinlich nicht einmal mehr die eigentlichen Maintainer. Lassen sie sich irgendwann nicht mehr bauen, fliegen sie halt nach einer gewissen Zeit aus Fedora raus und fertig.

Wie wäre es jedoch, wenn man Pakete, die z.B. seit mehr als 2 Jahren nicht mehr aktualisiert wurden und alle Pakete, die von diesen abhängig sind, in ein standardmäßig deaktiviertes Legacy-Repository verschieben würde? Die Pakete, die sich in diesem Repository befinden würden der Einfachheit halber nur noch im Ramen des Massrebuilds vor jedem neuen Fedora-Release neu gebaut werden. Schlägt der Rebuild jedoch fehl, fliegt das Paket mitsamt seinen Abhängigkeiten mangels Paket für die betreffende Fedora-Version quasi automatisch aus der Distribution.

Das würde die Haupt-Repositories von Fedora übersichtlicher halten und man müsste sich nicht mehr mit veralteten Paketen herum ärgern, die sich zwar noch problemlos bauen lassen, aber (wie beispielsweise Themes) mittlerweile einfach nicht mehr vernünftig funktionieren.

IMHO ist der Kommentar von Fedora-Blog.de.
IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

Yum: Pakete einfach mittels swap-Kommando austauschen

Bitte beachtet auch die Anmerkungen zu den HowTos!

Wer z.B. XChat durch Hexchat austauschen möchte, der macht das im Terminal in der Regel mittels

su -
yum remove xchat
yum install hexchat

Es geht jedoch deutlich einfacher, wenn man das swap-Kommando von yum nutzt:

su -c'yum swap xchat hexchat'

In diesem Beispiel wird yum mittels swap-Kommand angewiesen, das Paket xchat zu löschen und gleichzeitig das Paket hexchat zu installieren. Das swap-Kommando bietet noch einige andere Möglichkeiten, Pakete auszutauschen, die man in den Man-Pages von yum nachlesen kann.

Mit rpm schnell nach einem Paket suchen

Bitte beachtet auch die Anmerkungen zu den HowTos!

Wenn es darum geht, beispielsweise alle installierten Kernel-Pakete aufgelistet zu bekommen, verwenden viele entweder

rpm -qa | gerp kernel

oder

yum list installed | grep kernel

Beide Möglichkeiten sind jedoch nicht unbedingt performant, da man eine große Menge an Daten abruft und diese dann gefiltert ausgibt.

Schneller geht es mit folgendem Befehl

rpm -qa kernel\*

An sich kann rpm zwar nicht mit dem * als Wildcard umgehen, da es als normales Zeichen interpretiert wird. Stellt man dem Sternchen jedoch einen Backslash voran, sagt man der Shell damit, das sie das Sternchen nicht (selber) interpretieren sondern an rpm weiterreichen soll.

Der Vorteil dieser Methode ist, das man sich nicht erst die komplette Liste der installierten Pakete ausgeben lässt, sondern das rpm nur die Pakete ausgibt, deren Name mit dem übergebenen Namen übereinstimmt.

Edit: Eine weitere recht performante Möglichkeit ist, yums Cache abzufragen. Das lässt sich über folgendes Kommando bewerkstelligen:

su -c'yum -C list installed kernel\*'

Danke an Kai für den Hinweis!

IMHO: Spot’s Chromium Pakete sind nicht produktiv brauchbar

Tom „Spot“ Callaway stellt bekanntlicher weise seit einiger Zeit selbst erstellte rpm Pakete von Chromium für Fedora bereit, was auch ein schöne Sache ist.

Nur sind diese Pakete leider nicht produktiv nutzbar, da sie nur sporadisch aktualisiert werden. Updates auf neue Versionen oder für Sicherheitslücken werden beispielsweise nicht zeitnah durch aktualisierte Pakete behoben. Was Nutzer einem teilweise nicht unerheblichem Risiko aussetzt. Aktuell existiert beispielsweise eine Sicherheitslücke, die es erlaubt, die Sandbox von Chromium zu umgehen. Upstream, das heißt beim Chromium Projekt ist dieser Fehler inzwischen gefixt worden und Google hat aktualisierte Chrome-Versionen veröffentlicht. Nutzer von Spot’s Chromium Paketen warten jedoch noch immer auf ein entsprechendes Update. Mir ist dabei durchaus bewusst, das die Chromium-Pakete von Spot eine One-Man-Show sind und das Spot auch noch andere Verpflichtungen hat, weshalb er sich nicht 24/7 um die Chromium Pakete kümmern kann. Das will ich auch nicht verlangen, aber es wäre trotzdem schön, wenn Updates zeitnah weitergereicht werden.

Und solange das nicht der Fall ist, sind die Chromium Pakete von Spot IMHO nicht für den produktiven Einsatz geeignet.

Streit um die Aufnahme von Cinnamon und muffin

Um die Aufnahme von Linux Mint Entwicklern gepflegten Cinnamon (Gnome-Shell Fork) und Muffin (Mutter Fork) ist innerhlab des Fedora Projektes ein Streit entbrannt.

Christoph Wickert, der der Aufnahme dieser beiden Forks skeptisch gegenübersteht, führt als Hauptargument den Verstoß gegen mindestens eine Fedora-Richtlinie beim Erstellen der rpm Pakete der beiden Projekte an. Ferner bemängelt Wickert unter anderem, das Cinnamon und Muffin kaum in der Lage sein werden, mit dem hohen Tempo, welches das Gnome-Projekt vorlegt, Schritt zu halten.

Wickert hat zwischenzeitlich FESCO um eine generelle Stellungnahme zur Aufnahme von Forks in Fedora gebeten, um das Thema endgültig zu klären.

Cinnamon 1.3 für Fedora

Cinnamon ist eine Alternative zur Gnome-Shell, welche von den Machern von Linux Mint als entwickelt wird, und versucht, die Benutzerfreundlichkeit von Gnom 2.x mit den technischen Fähigkeiten von Gnome 3.x zu kombinieren.

Von Cinnamon gibt es inzwischen auch inoffizielle Pakete für Fedora, die man mittels

su
curl http://repos.fedorapeople.org/repos/leigh123linux/cinnamon/\
fedora-cinnamon.repo -o /etc/yum.repos.d/fedora-cinnamon.repo
yum install cinnamon

installieren kann. Um Cinnamon nutzen zu können muss man sich anschließend zuerst aus der aktuellen Gnome-Session ausloggen und kann dann Cinnamon im Session-Menü des GDM auswählen. (via vinzv)

Nichts desto trotz übernehmen wir keine Verantwortung, falls das eigene System durch diese Anleitung unbrauchbar gemacht werden sollte. Das Befolgen dieser Anleitung geschieht somit auf eigene Gefahr!

Fedora Packages im öffentlichen Beta-Test

Wie das Linux-Magazin berichtet, wurde zeitgleich mit dem Beginn der FUDCON in Blacksburg auch der öffentliche Beta-Test von Fedora-Packages gestartet.

Fedora-Packages soll den interessierten Anwendern umfangreiche Informationen zu den Paketen aus dem Fedora Repository liefern. Dazu zählen unter anderem die Beschreibung, die enthaltenen Dateien, Bugs, das Changelog, Abhängigkeiten sowie der Quelltext. Um die Suche von Fedora-Packages weiter zu verbessern wurde ein Tagging-Projekt gestartet, in dessen Rahmen Anwender Pakete mit Schlagwörtern versehen können.