Upgrade auf Fedora 18 mit FedUp: Ein Erfahrungsbericht

Es gibt verschiedene Methoden auf die kommende Fedora zu upgraden: über yum, über das DVD-Image und über FedUp. Was FedUp ist und wo PreUpgrade geblieben ist? Nun, um es kurz zu machen: FedUp ersetzt mit dem Erscheinen von Fedora 18 das vielen Benutzern bekannte PreUpgrade. Und laut Wiki-Eintrag ersetzt es damit auch die bisher empfohlenen Upgrade-Methoden via DVD und PreUpgrade.

Ich versuche hier kurz zu beschreiben wie das Upgrade verläuft.

Zuerst gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte zuerst: Ein Upgrade von Fedora 16 auf die Version 18 ist nicht möglich.

Nun die Gute: FedUp bedient sich im Großen und Ganzen wie PreUpgrade und verlief bei mir ähnlich schmerzfrei, d.h.: Abgesehen von ein paar Schönheitsfehlern lief es durch und ich erfreue mich nun an „Spherical Cow“ inkl. Gnome 3.6.

Als erstes empfiehlt es sich ein Backup zu machen. Sowohl FedUp also auch Fedora 18 sind noch in der Entwicklung und so kann da noch einiges schief gehen. Außerdem ist es nie verkehrt ein Backup zu haben.

Wer außer rpmfusion noch weitere Fremdrepositories eingebunden hat, dem empfiehlt es sich diese zu deaktivieren, da viele noch keine Pakete für Fedora 18 bereitstellen. Und die daraus installierten Pakete sollten ebenfalls deinstalliert werden, um eventuell auftretende Abhängigkeitsprobleme zu vermeiden.

Nun bringt man sein System auf den aktuellen Stand, falls noch nicht geschehen. Sollte ein Kernel-Update dabei sein, muss man natürlich rebooten. Anschließend installiert man FedUp mit folgenden Befehl:

yum install fedup --enablerepo=updates-testing

Der Zusatz ’–enablerepo=updates-testing’ sorgt dafür, dass man die neueste Version von FedUp bekommt.

Dann kommt man endlich zu spannenden Teil: Der Start von FedUp. Dazu benötigt man noch die URL der Fedora-Version, auf die man upgraden möchte. Zur Zeit ist das:

http://dl.fedoraproject.org/pub/fedora/linux/releases/test/18-Beta/Fedora/$arch/os

Wobei $arch für die eingesetzte Architektur steht, also für 32bit i686 und für 64bit x86_64, und dementsprechend ersetzt werden muss.

Hat man die URL, führt man folgenden Befehl als root aus:

fedup-cli --network 18 --debuglog fedupdebug.log --instrepo $URL

Nun fängt FedUp an, die Aktualisierungen für die installierten Pakete herunter zu laden. Je nach Umfang und Internetanbindung kann das einen Weile dauern. Man kann also schon mal einen Kaffee trinken gehen oder den Weihnachtsurlaub auf den Bahamas planen und ausführen. Wenn FedUp dann damit fertig ist, wird versucht aus den Paketen ein Upgrade-Images zu erstellen.

Sollten es während des gesamten Vorgangs Fehler auftauchen, so muss man selbst entscheiden, ob man weiter macht. Hilfreich für die Entscheidungsfindung sollte die angelegte Log-Datei fedupdebug.log sein. Grobe Faustregel: Wenn die große Mehrheit an Aktualisierungen heruntergeladen wurden und das Upgrade-Image erfolgreich erstellt werden konnte, dann kann man weiter machen.

Anschließend erfolgt ein Neustart des System. Im Grub Menü befindet sich nun in der 1. Zeile ein Eintrag namens „System Upgrade“. Wählt man diesen aus, so startet der Upgrade-Prozess.

Achtung: Der eigentliche Upgrade-Prozess dauert recht lange, deutlich länger als mit dem alten PreUpgrade. Und bei mir schien sich meine Maschine phasenweise aufgehangen zu haben, so dass minutenlang keine Änderung zu sehen war, aber es ging trotzdem weiter. Also habt Geduld. Das gesamte Upgrade dauerte bei mir ca. 45 Minuten. Also bringt viel Geduld mit.

Sofern nichts schief geht, startet das System nach dem ganzen Prozedere neu und man kann in Grub Fedora 18 auswählen und starten. Nutzer eines UEFI-Systems sollten vorher unbedingt die Anleitung zur Aktualisierung von grub2-efi lesen und durchführen. Da ich kein UEFI System habe, kann die Anleitung nicht weiter kommentieren.

Das war das Pflichtprogramm zum Upgrade. Nun folgt die Kür:
Nachdem man sich, hoffentlich erfolgreich, in den Desktop seiner Wahl eingeloggt hat, aktualisiert man nochmals das System:

sudo yum distro-sync

Der Grund ist einfach: Während der Beta sind die updates-testing Repositories aktiviert und liefern nochmals einen ganzen Stapel an Updates. Danach ist man endlich fertig.
Herzlichen Glückwunsch und frohes testen!

Nichts desto trotz übernehmen wir keine Verantwortung, falls das eigene System durch diese Anleitung unbrauchbar gemacht werden sollte. Das Befolgen dieser Anleitung geschieht somit auf eigene Gefahr!

Fedora 17/18 & gnome-shell: Probleme mit Hyper-V

Wer Fedora 17/18 als virtueller Gast unter xem/vmware/hyperV/kvm verwendet, läuft wahrscheinlich in den Fehler, dass bereits vor der Anmeldung die Gnome Shell eine Fehlermeldung zeigt und die Anmeldung so unmöglich wird – so bleibt nur noch der Neustart. In der Konsole könnte man ja noch etwas ausrichten, aber Ctrl+Alt+F2 in einer virtuellen Maschine zu drücken ist gar nicht so einfach.

Am einfachsten ist es, die virtuelle Maschine neu zu starten und dann in den Runlevel 3 zu starten. Sobald man gestartet hat, in der Kommandozeile

sudo yum remove fprintd fprintd-pam

ausführen, da sich in den Diskussionen dazu dieser als Fehlerquelle herausgestellt hat. Anscheinend hängt es mit der USB-Emulation der Virtualisierer zusammen – wenn das nicht hinhaut, reißt fprintd das ganze Ding in den Abgrund.

Neustarten und schon hat man sein virtuelles Fedora.

Fedora 18: Gnome Online Accounts mit Google 2-Schritt-Anmeldung nutzen

Wer bei Google die Bestätigung in 2 Schritten aktiviert hat, wird feststellen müssen, das die Gnome Online Accounts (GOA) anscheinend nicht mehr funktionieren.

Das Problem ist bekannt und wird mit Gnome 3.8 behoben sein. Bis dahin kann man sich mit folgendem Workaround behelfen:

Zuerst muss man bei Google ein anwendungsspezifisches Kennwort für Gnome erzeugen. Wenn man noch keinen Google-Account in den GOA angelegt hat, kann man dies ganz normal erledigen. Die Frage nach einem Kennwort nach dem Anlegen des Google Accounts wird geflissentlich ignoriert.

Im nächsten Schritt wird Seahorse (Passwörter und Verschlüsselung) geöffnet und nach einem Eintrag vom Typ „Gnome Online Accounts password“ gesucht. Der Eintrag muss eine Namen haben, der mit „GOA google credentials for identity“ beginnt. Wenn wir den Eintrag gefunden haben, öffnen wir seine Eigenschaften und lassen und das gespeicherte Passwort anzeigen. In dem gespeicherten Passwort suchen wir nun unser Google Passwort und ersetzen es durch das zuvor erstellte anwendungsspezifische Kennwort und speichern unsere Änderung.

Nach einem kurzen Ab- und neu Anmelden sollten die GOA auch wieder wie gewohnt mit Google zusammenarbeiten.

Nichts desto trotz übernehmen wir keine Verantwortung, falls das eigene System durch diese Anleitung unbrauchbar gemacht werden sollte. Das Befolgen dieser Anleitung geschieht somit auf eigene Gefahr!

Fedora 18: Installation von Dritthersteller-RPMs schlägt fehl

Wer unter Fedora 18 versucht, das VirtualBox RPM von Oracle oder den MusicManager von Google zu installieren, wird feststellen, das die Installation mit einer Fehlermeldung abbricht.

Dies ist jedoch kein Fehler von Fedora sondern der Paketersteller. Die in Fedora 18 verwendete RPM-Version ist  4.10 bricht die Installation ab, da die genannten RPMs mit dem filesystem Paket kollidieren. Ältere RPM Versionen waren in diesem Punkt anscheinend ein wenig toleranter. Wer von diesem Problem betroffen ist und VirtualBox (gibt es übrigens auch bei rpmFusion) oder den MusicManager unbedingt benötigt, sollte sich daher an Oracle oder Google wenden, damit diese ihre RPM Pakete korrigieren und funktionierende Pakete bereitstellen.

PS: Falls es noch weitere Pakete gibt, die sich nicht unter Fedora 18 installieren lassen, bitte in den Kommentaren posten. Wir werden den Artikel dann entsprechend ergänzen.

Fedora 18: falsche Keymap korrigieren

Wer sein System via yum auf Fedora 18 aktualisiert hat und anschließend ein englisches Tastaturlayout hat, der sollte folgende Befehle ausführen, um wieder ein deutsches Tastaturlayout zu bekommen:

su -c'localectl set-x11-keymap de'
su -c'localectl set-keymap de'

Nach einem anschließenden Neustart des Systems sollte die Tastatur wieder das deutsche Layout nutzen.

Synchronisation der Systemuhr mittels ntp unter Fedora 18

Für die Synchronisation der Systemuhr mittels ntp müssen zuerst die Pakete ntp und ntpdate installiert werden

su -c'yum install ntp ntpdate'

Im nächsten Schritt wird der ntp Daemon aktiviert

su -c'systemctl enable ntpd.service'

Sofern man eine Windows-Version parallel installiert hat, empfiehlt es sich, die Hardwareuhr anzuweisen, die lokale Uhrzeit zu verwenden, um Probleme mit Windows zu vermeiden.

su -c'timedatectl set-local-rtc 1'

Im letzten Schritt wird die eigentliche Synchronisation der Uhrzeit mittels ntp aktiviert

su -c'timedatectl set-ntp 1'

Um sicherzustellen, das alles funktioniert hat, sollte man die Konfiguration mittels

su -c'timedatectl status'

überprüfen.

Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

      Local time: Sat, 2012-11-24 20:33:24 CET
  Universal time: Sat, 2012-11-24 19:33:24 UTC
        RTC time: Sat, 2012-11-24 20:33:23
        Timezone: Europe/Berlin
     NTP enabled: yes
NTP synchronized: yes
 RTC in local TZ: no

Relevant sind jedoch nur die letzten 3 Zeilen.

Im allerletzten Schritt muss nur noch der ntp Daemon gestartet werden.

su -c'systemctl start ntpd.service'

Nichts desto trotz übernehmen wir keine Verantwortung, falls das eigene System durch diese Anleitung unbrauchbar gemacht werden sollte. Das Befolgen dieser Anleitung geschieht somit auf eigene Gefahr!

„Go“ für die Beta von Fedora 18

Die Beta Version von Fedora 18 hat beim heutigen Go/No-Go Meeting das ersehnte „Go“ bekommen und kann jetzt wie geplant am 27.11.2012 veröffentlicht werden.

Die so genannten „Go/No-Go Meetings“ werden vor jedem Fedora Release (Alpha, Beta, Final) von den Mitgliedern des QA- und des Release-Engeneering-Teams abgehalten, um zu überprüfen, ob die festgelegten Kriterien für das jeweilige Release erfüllt sind oder nicht.