Streit um die Aufnahme von Cinnamon und muffin

Um die Aufnahme von Linux Mint Entwicklern gepflegten Cinnamon (Gnome-Shell Fork) und Muffin (Mutter Fork) ist innerhlab des Fedora Projektes ein Streit entbrannt.

Christoph Wickert, der der Aufnahme dieser beiden Forks skeptisch gegenübersteht, führt als Hauptargument den Verstoß gegen mindestens eine Fedora-Richtlinie beim Erstellen der rpm Pakete der beiden Projekte an. Ferner bemängelt Wickert unter anderem, das Cinnamon und Muffin kaum in der Lage sein werden, mit dem hohen Tempo, welches das Gnome-Projekt vorlegt, Schritt zu halten.

Wickert hat zwischenzeitlich FESCO um eine generelle Stellungnahme zur Aufnahme von Forks in Fedora gebeten, um das Thema endgültig zu klären.

Kein AWN in Fedora 17

Tim Lauridsen hat heute auf der Fedora Entwickler-Liste bekanntgegeben, das er die Pakete des Avant Window Navigator (AWN) aus Rawhide und somit auch aus Fedora 17 entfernen wird.

Lauridsen begründet seine Entscheidung unter anderem damit, das AWN aufgrund von Änderungen in der aktuelle Version von vala nicht mehr compiliert werden kann und das AWN nach wie vor Abhängigkeiten zu Gnome 2.x Komponenten besitzt, welche es aber in Fedora nicht mehr gibt.

Für Fedora 15 und 16 wird er die Pakete jedoch so lange weiter betreuen, wie diese Versionen noch nicht EOL sind.

Mate Desktop für Fedora 17 oder 18?

Angestoßen durch einen Review-Request für zwei Pakete des Gnome 2 Forks Mate wird momentan diskutiert, ob man diesen Desktop in Fedora 17 oder 18 integrieren soll oder nicht.

Neben einigen Befürwortern stellen jedoch einige Entwickler die Sinnhaftigkeit von Mate in Frage und verweisen darauf, das es ihrer Meinung nach sinnvoller wäre, entweder die für Mate aufgewendete Energie in Xfce oder Lxde zu investieren oder Themes und Extensions für Gnome 3 zu schreiben, um so die fehlenden Funktionen dort zu implementieren. In ihren Augen macht keinen Sinn, Probleme dadurch zu lösen, eine weitere Baustelle aufzureißen. Darüber hinaus hinterfragen sie Ernsthaftigkeit von Mate da Momentan nicht klar ist, wie viele Entwickler sich an dem Projekt beteiligen oder ob sich lediglich um eine One-man-show handelt.

Google Chrome unter Fedora installieren

Wer Google Chrome als Browser nutzen und unter Fedora über die Paketverwaltung installieren möchte, muss zuerst mittels

su -c'nano /etc/yum.repos.d/google-chrome.repo'

eine .repo-Datei mit folgendem Inhalt erstellen

[google-chrome]
name=google-chrome
baseurl=http://dl.google.com/linux/chrome/rpm/stable/$basearch
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub

Falls man ein 64bit System nutzt, muss in der baseurl lediglich das i386 durch x86_64 ersetzt werden.

Nachdem man die repo-Datei gespeichert hat, kann man Google Chrome über einen der folgenden Befehle installieren:

su -c'yum install google-chrome-stable'
su -c'yum install google-chrome-beta'
su -c'yum install google-chrome-unstable'

Je nachdem, welchen der Befehle man ausführt, wird entweder die aktuellste Stabile, Beta oder Entwickler-Version von Chrome installiert und zukünftig beim Erscheinen von Updates auch über die Paketverwaltung aktualisiert.

Umstellung auf systemd wird weiter vorangetrieben

Auf der Entwickler-Liste hat Thomas Mraz heute darauf hingewiesen, das Pakete, die ausschließlich Init-Scripte für System-V und keine systemd-Pendants enthalten, gegen die Regeln für das Erstellen von Paketen verstoßen.

Auch wenn es nicht explizit beschlossen wurde, so werden die Paket-Verwalter gewarnt, das es durchaus passieren könne, das solche Pakete noch vor dem Release der Alpha von Fedora 17 geblockt werden. Mit „geblockt“ sei in diesem Fall die Entfernung aus den Fedora Repositories gemeint. Ein geblocktes Paket könne danach nur durch ein neues Review wieder in die Distribution aufgenommen werden.

Poettering will /bin, /sbin und /usr/sbin abschaffen

Auf der Fedora-Entwicklerliste hat Lennart Poettering heute vorgeschlagen, die Verzeichnisse /bin, /sbin und /usr/sbin zugunsten von /usr/bin aufzulösen.

Poettering begründet seinen Vorschlag unter anderem damit, das die ursprünglichen Intentionen für die Trennung spätestens seit der Einführung von initrd mehr existent und die Trennung mittlerweile eher Fluch als Segen ist. So verstehen laut Poettering viele Entwickler nicht, wann welche Dateien in welches der bin-Verzeichnisse gehören. Auch Distributionsspezifische Hacks würden überflüssig werden, wenn es nur noch ein einziges bin-Verzeichnis geben würde.

Laut Poettering wäre die Verschmelzung insgesamt für alle relevanten Parteien1 eine Win-Win-Situation. Des weiteren hätten erste Versuche gezeigt, das bei der Verschmelzung von /bin, /sbin und /usr/sbin mit /usr/bin keine schweren Probleme zu erwarten seien.

Nachtrag

Der Vorschlag kam ursprünglich von Harald Hoyer, welche auch die Umsetzung vornehmen soll. Danke an mrunge für den Hinweis.

  1. Entwickler, Paketierer und Administratoren []

IMHO: Gnome 3 ist unbrauchbar

Bis zum Release von Gnome 3.0 habe ich Gnome gerne verwendet. Er war verhältnismäßig schnell und, was die mitgelieferten Programme anging, sehr gut ausgestattet.

Seit dem Release von Gnome 3 ist dieser Desktop für mich persönlich völlig unbrauchbar, da es einige Dinge gibt, die meinen Workflow massiv stören und die für mich Usability-Totsünden sind. Dazu gehört zum einen, das die Gnome-Entwickler den Shortcut zum Löschen von Dateien und Ordnern auf STRG+ENTF geändert haben, obwohl die ENTF-Taste der de-facto Standard hierfür ist. Dazu kommt noch, das man beim Öffnen des Systemmenüs die ALT-Taste gedrückt halten muss, wenn man seinen Rechner herunterfahren will. Richtig nervig finde ich auch, das die Tray-Icons von Programmen jetzt am unteren rechten Rand des Bildschirm sind und auch nur dann angezeigt werden, wenn man den Mauszeiger dorthin bewegt. What the fuck?!?

Was mich jedoch tierisch nervt, ist die Tatsache, das man unter Gnome 3 keine Fenster mehr minimieren kann und das der Desktop de-facto abgeschafft wurde. Ich habe es mir angewöhnt, Fenster, die ich im Moment nicht benötige, zu minimieren und Datei benötige, auf dem Desktop abzulegen. Auf mein Benutzerverzeichnis oder gemountete USB-Sticks greife ich ebenfalls bevorzugt über eine Verknüpfung auf dem Desktop zu.

Das man den einen oder anderen dieser Mängel durch Extensions für die Gnome-Shell oder den dconf-Editor bzw. das Gnome-Tweak-Tool beseitigen kann, macht die Sache in meinen Augen nicht wirklich besser.

Ich habe mir der Fairness halber auch Gnome 3.2 angesehen, aber meine Meinung zu Gnome 3 hat sich nicht geändert: Für mich ist Gnome 3 defective by design!

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