Warum man unter Linux Chromium anstatt Chrome nutzen sollte

Googles Chrome-Browser ist zugegebener maßen ein sehr schneller und deshalb auch sehr beliebter Browser.

Unter Linux sollte man (sofern möglich) dennoch lieber auf das zugrunde liegende Chromium Projekt zurückgreifen und deren Browser verwenden. Der Grund dafür ist relativ simpel: Die Chrome Entwickler haben, als sie z.B. ffmpeg eingebunden haben, das Projekt schlicht geforkt und ihre Änderungen nicht an das Upstream-Projekt zurück gegeben. Somit schleppt Chrome viel unnötigen Ballast mit sich herum, der obendrein auch zusätzliche Angriffsflächen bietet. Sofern es Chromium-Pakete für eine Linux-Distribution gibt, sollte man diese alleine schon aus Sicherheitsgründen vorziehen, da diese in der Regel soweit möglich um unnötigen Ballast in Form von bereits vorhandener Bibliotheken etc befreit wurden. Dies lässt sich auch relativ gut an folgender Gegenüberstellung erkennen:

Browserinstallierte Pakete
Chrome 2325
Chromium 239

IMHO: Spot’s Chromium Pakete sind nicht produktiv brauchbar

Tom „Spot“ Callaway stellt bekanntlicher weise seit einiger Zeit selbst erstellte rpm Pakete von Chromium für Fedora bereit, was auch ein schöne Sache ist.

Nur sind diese Pakete leider nicht produktiv nutzbar, da sie nur sporadisch aktualisiert werden. Updates auf neue Versionen oder für Sicherheitslücken werden beispielsweise nicht zeitnah durch aktualisierte Pakete behoben. Was Nutzer einem teilweise nicht unerheblichem Risiko aussetzt. Aktuell existiert beispielsweise eine Sicherheitslücke, die es erlaubt, die Sandbox von Chromium zu umgehen. Upstream, das heißt beim Chromium Projekt ist dieser Fehler inzwischen gefixt worden und Google hat aktualisierte Chrome-Versionen veröffentlicht. Nutzer von Spot’s Chromium Paketen warten jedoch noch immer auf ein entsprechendes Update. Mir ist dabei durchaus bewusst, das die Chromium-Pakete von Spot eine One-Man-Show sind und das Spot auch noch andere Verpflichtungen hat, weshalb er sich nicht 24/7 um die Chromium Pakete kümmern kann. Das will ich auch nicht verlangen, aber es wäre trotzdem schön, wenn Updates zeitnah weitergereicht werden.

Und solange das nicht der Fall ist, sind die Chromium Pakete von Spot IMHO nicht für den produktiven Einsatz geeignet.

Flash-Player für Linux wird de facto eingestellt

Wie Phoronix berichtet, wird Adobe sein Flash-Plugin nach Version 11.2 auf die PPAPI umstellen, die jedoch momentan nur von Google Chrome/Chromium unterstützt wird. Neuere Linux-Versionen des Flash-Plugins werden aus diesem Grund auch nur zusammen mit Google Chrome ausgeliefert und nicht mehr bei Adobe zum Download angeboten werden.

Auch wenn Adobe die Version 11.2 des Plugins weiterhin pflegen wird, wird damit das Flash-Plugin für Linux de facto eingestellt, da die Nutzer gezwungen werden, Google Chrome zu nutzen, falls eine Seite eine Flash-Version neuer als 11.2 benötigen sollte.

arora: schlanker QT-Webbrowser

Neben den üblichen Verdächtigen unter den Webbrowsern wie Firefox, Oper oder Chrome/Chromium, die allesamt Schwergewichte sind, gibt es noch einige schlanke Alternativen.

Eine dieser Alternativen ist arora, ein auf QT basiernder Webbrowser, der wie Chrome/Chromium die Webkit Engine verwendet. Arora gibt es für Windows, MacOS X und Linux und macht trotz seiner frühen Versionsnummer (z.Zt. 0.11) schon einen sehr ausgereiften und stabilen Eindruck.

Die Oberfläche ist relativ unspektakulär, da sie sich an den GUIs anderer Browser orientiert, was auch für Features wie Tabs gilt. Der einzige Unterschied, der schnell auffällt, ist der zum Lieferumfang gehörende Adblocker. Bei anderen Browsern muss dieser in der Regel nachträglich durch entsprechende Addons nachgerüstet werden.

Bei Fedora befindet sich Arora bereits im Standard-Repository, so dass man das Paket einfach per

su -c'yum install arora'

installieren kann.

Fedora und Facebook

Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich täglich in sozialen Netzwerken tummelt. Gerade als heavy-user schätzt man einen dedizierten Client, der optimalerweise mehrere Netzwerke unterstützt und sich in den Desktop einpasst. Nachdem ich auch Facebook so verwenden will, bleiben mir für Linux nicht gerade viele Alternativen.

Gwibber war früher die erste Wahl und gerade in Ubuntu 9.04 und 10.04 hat es auch ausgezeichnet funktioniert. Dort haben dann aber die Probleme mit Facebook angefangen. Nach einiger Zeit Absenz habe ich es wieder probiert und musste feststellen, dass der Facebook-Support jetzt komplett kaputt ist. Die Authentifizierung funktioniert wunderbar, allerdings werden weder Nachrichten empfangen, noch gesendet. So wie es aussieht, ist den Gwibber-Entwicklern der Bug bereits vor Monaten gesendet worden. Ein Grund für die Fehlfunktion wird wohl sein, dass Gwibber in Fedora die Facebook-App fedora-gwibber und nicht die „offizielle“ Gwibber-App von Facebook benötigt – wieso auch immer. Fedora-Gwibber erteilt nicht die Rechte, um auf die Wall schreiben und die Wall lesen zu können, da kanns wohl nicht funktionieren.

Bisher hat Tweetdeck als Chromium-Extension immer gut funktioniert. Jetzt ist der Facebook-Support kaputt. Der News-Feed wird zwar angezeigt und neue Postings können erstellt werden, allerdings sind alle anderen Funktionen gestrichen worden. Absicht oder keine? Der zeitliche Zusammenhang mit dem Kauf durch Twitter lässt einen eindeutigen Schluss erahnen.

Yoono als Standalone-App/Plugin für Firefox kommt bei mir unter Windows zum Einsatz, dort funktioniert die Desktop-Integration der Standalone-App sehr gut – unter Linux/Gnome 3 scheint die Integration überhaupt nicht zu funktionieren. Das Mozilla-Plugin funktioniert zwar, aber ich war noch nie ein Freund von Browserlösungen, da viel zu unflexibel.

Was ist los mit den Gwibber-Leuten? Vor allem, was ist mit den Mainteinern bei Redhat? Gwibber war mal wirklich ein vernünftiger Client. Ich kann mir bei Gott nicht vorstellen, dass niemand Fedora in Gwibber verwendet. Von außen sieht es so aus, als ob man immer noch mit dem Versionssprung auf 3.x beschäftigt ist. Es wäre sehr schade, wenn der einzige wirklich vernünftige Client vor die Hunde geht.

Übrigens: Wenn irgendjemand eine wirklich gute Alternative  für einen Twitter/Facebook/Statusnet-Client hat, ich bin immer für Vorschläge offen.

Chromium unter Fedora 16 nutzen

Tom „Spot“ Callaway stellt in seinem persönlichen Repository zwar Chromium Builds für Fedora 16 bereit, jedoch erhält man beim Start im Terminal folgende Fehlermeldung

execv failed: Permission denied

Um das Problem zu lösen, muss der SELinux Kontext für die Chromium Sandbox korrigiert werden. Das geschieht über folgenden Befehl

su -c'chcon -t textrel_shlib_t /usr/lib/chromium-browser/chrome-sandbox'

Anschließend lässt sich Chromium wieder ganz normal starten.

Twitter in Chrome/Chromium öffnen

Seit einiger Zeit kann es vorkommen, das sich das Webinterface von Twitter nicht mehr mit Chrome bzw. Chromium 11 und 12 öffnen lässt. Ursache des Problems scheint SELinux zu sein. Um das Problem zu lösen kann man entweder SELinux komplett deaktivieren1 oder man stellt die SELinux-Contexte der Dateien im eigenen Home-Verzeichnis wieder her.

Dazu müssen lediglich die folgenden Kommandos ausgeführt werden:

su - 
restorecon -R -v /home

Dieser Artikel wurde aus dem Blog von Xenode Systems übernommen und ins Deutsche übersetzt.

  1. nicht empfehlenswert []