Wird start.fedoraproject.org der Stecker gezogen?

Elad Alfassa, einer der Verantwortlichen für das aktuelle Design der standardmäßig bei Fedora im Firefox eingestellten Startseite start.fedoraproject.org hat heute auf der Desktop-Liste angeregt, der Seite den sprichwörtlichen Stecker zu ziehen und zukünftig die Standard-Startseite about:home zu verwenden.

Als Begründung führt er unter anderem an, das die Einbindung von Planet Fedora in die Startseite aus heutiger Sicht auf viele Neulinge eher abschreckend wirkt und das viele der Beiträge auf dem Planeten für Neulinge keine Relevanz hätten. Ferner bemängelt er, das seit der Einführung des aktuellen Designs niemand mehr bereit war, Zeit und Energie in die Startseite zu investieren, um ein besseres Design zu implementieren.

 

PDFs mit Mozplugger direkt im Browser anzeigen

Mozplugger ist ein Plugin für SeaMonkey und Firefox, das es erlaubt, verschiedene Anwendungen direkt in SeaMonkey/Firefox einzubetten und so z.B. PDFs direkt im Browser anzuzeigen.

Da Mozplugger teil des Fedora Repositories ist, lässt es sich schnell und einfach via

su -c'yum install mozplugger'

installieren.

Die Konfigurationsdatei von Mozplugger ist bereits für die Anzeige von PDFs mittels kpdf, xpdf, okular und ePDFView vorbereitet. Wer evince zur Anzeige von PDFs nutzt, muss die /etc/mozpluggerrc mittels

su -c'nano /etc/mozpluggerrc'

bearbeiten und dort in Zeile 282 folgendes einfügen:

repeat noisy swallow(evince) fill: evince "$file"

nach dem Speichern der Änderungen sowie einem obligatorischen Neustart von Firefox/SeaMonkey funktioniert Mozplugger auch mit Evince.

(via)

arora: schlanker QT-Webbrowser

Neben den üblichen Verdächtigen unter den Webbrowsern wie Firefox, Oper oder Chrome/Chromium, die allesamt Schwergewichte sind, gibt es noch einige schlanke Alternativen.

Eine dieser Alternativen ist arora, ein auf QT basiernder Webbrowser, der wie Chrome/Chromium die Webkit Engine verwendet. Arora gibt es für Windows, MacOS X und Linux und macht trotz seiner frühen Versionsnummer (z.Zt. 0.11) schon einen sehr ausgereiften und stabilen Eindruck.

Die Oberfläche ist relativ unspektakulär, da sie sich an den GUIs anderer Browser orientiert, was auch für Features wie Tabs gilt. Der einzige Unterschied, der schnell auffällt, ist der zum Lieferumfang gehörende Adblocker. Bei anderen Browsern muss dieser in der Regel nachträglich durch entsprechende Addons nachgerüstet werden.

Bei Fedora befindet sich Arora bereits im Standard-Repository, so dass man das Paket einfach per

su -c'yum install arora'

installieren kann.

Fedora und Facebook

Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich täglich in sozialen Netzwerken tummelt. Gerade als heavy-user schätzt man einen dedizierten Client, der optimalerweise mehrere Netzwerke unterstützt und sich in den Desktop einpasst. Nachdem ich auch Facebook so verwenden will, bleiben mir für Linux nicht gerade viele Alternativen.

Gwibber war früher die erste Wahl und gerade in Ubuntu 9.04 und 10.04 hat es auch ausgezeichnet funktioniert. Dort haben dann aber die Probleme mit Facebook angefangen. Nach einiger Zeit Absenz habe ich es wieder probiert und musste feststellen, dass der Facebook-Support jetzt komplett kaputt ist. Die Authentifizierung funktioniert wunderbar, allerdings werden weder Nachrichten empfangen, noch gesendet. So wie es aussieht, ist den Gwibber-Entwicklern der Bug bereits vor Monaten gesendet worden. Ein Grund für die Fehlfunktion wird wohl sein, dass Gwibber in Fedora die Facebook-App fedora-gwibber und nicht die „offizielle“ Gwibber-App von Facebook benötigt – wieso auch immer. Fedora-Gwibber erteilt nicht die Rechte, um auf die Wall schreiben und die Wall lesen zu können, da kanns wohl nicht funktionieren.

Bisher hat Tweetdeck als Chromium-Extension immer gut funktioniert. Jetzt ist der Facebook-Support kaputt. Der News-Feed wird zwar angezeigt und neue Postings können erstellt werden, allerdings sind alle anderen Funktionen gestrichen worden. Absicht oder keine? Der zeitliche Zusammenhang mit dem Kauf durch Twitter lässt einen eindeutigen Schluss erahnen.

Yoono als Standalone-App/Plugin für Firefox kommt bei mir unter Windows zum Einsatz, dort funktioniert die Desktop-Integration der Standalone-App sehr gut – unter Linux/Gnome 3 scheint die Integration überhaupt nicht zu funktionieren. Das Mozilla-Plugin funktioniert zwar, aber ich war noch nie ein Freund von Browserlösungen, da viel zu unflexibel.

Was ist los mit den Gwibber-Leuten? Vor allem, was ist mit den Mainteinern bei Redhat? Gwibber war mal wirklich ein vernünftiger Client. Ich kann mir bei Gott nicht vorstellen, dass niemand Fedora in Gwibber verwendet. Von außen sieht es so aus, als ob man immer noch mit dem Versionssprung auf 3.x beschäftigt ist. Es wäre sehr schade, wenn der einzige wirklich vernünftige Client vor die Hunde geht.

Übrigens: Wenn irgendjemand eine wirklich gute Alternative  für einen Twitter/Facebook/Statusnet-Client hat, ich bin immer für Vorschläge offen.

npapi-vlc ersetzt mozilla-vlc

Wer sich die VLC Version 1.13 aus dem rpmfusion-free-updates-testing Repository installiert, wird feststellen, dass das Paket vlc das Mozilla-Plugin, welches sich in dem Paket mozilla-vlc befindet, während des Updates ersetzt. Sobald man seinen Browser das nächste mal startet, wird man jedoch feststellen, dass das VLC-Plugin fehlt.

Wer sich jetzt aber wohl möglich Sorgen macht, dass das Mozilla-Plugin ersatzlos gestrichen wurde, darf beruhigt sein. Das Plugin „versteckt“ sich ab sofort in dem Paket npapi-vlc, welches mit folgendem Kommando nachinstalliert werden kann

su -c'yum install npapi-vlc --enablerepo=rpmfusion-free-updates-testing'

Nach erfolgreicher Installation und einem obligatorischen Neustart des Browsers steht das VLC Plugin auch dort wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Google Chrome unter Fedora installieren

Wer Google Chrome als Browser nutzen und unter Fedora über die Paketverwaltung installieren möchte, muss zuerst mittels

su -c'nano /etc/yum.repos.d/google-chrome.repo'

eine .repo-Datei mit folgendem Inhalt erstellen

[google-chrome]
name=google-chrome
baseurl=http://dl.google.com/linux/chrome/rpm/stable/$basearch
enabled=1
gpgcheck=1
gpgkey=https://dl-ssl.google.com/linux/linux_signing_key.pub

Falls man ein 64bit System nutzt, muss in der baseurl lediglich das i386 durch x86_64 ersetzt werden.

Nachdem man die repo-Datei gespeichert hat, kann man Google Chrome über einen der folgenden Befehle installieren:

su -c'yum install google-chrome-stable'
su -c'yum install google-chrome-beta'
su -c'yum install google-chrome-unstable'

Je nachdem, welchen der Befehle man ausführt, wird entweder die aktuellste Stabile, Beta oder Entwickler-Version von Chrome installiert und zukünftig beim Erscheinen von Updates auch über die Paketverwaltung aktualisiert.

IMHO: Die AusweisApp und Linux: Ein Trauerspiel!

Mitte des Jahres war es endlich so weit: Die Linux-Version der AusweisApp für Linux wurde nach langem Warten veröffentlicht. Seit dem sind knapp 6 Monate vergangen und zu den damals veröffentlichen Paketen für Debian und Ubuntu hat sich zwischenzeitlich nur ein Paket für OpenSuse gesellt. Pakete für andere Distributionen aus den Top-10 von Distrowatch sucht man hingegen nach wie vor vergebens.

Ebenfalls wenig Vertrauenerweckend sind auch folgende Sätze, die man auf der Download-Seite lesen „darf“:

Hinweis für Nutzer von Ubuntu 11.04 und 11.10
Der Fenstermanager unity wird nicht unterstützt (siehe FAQ-Eintrag).

Oder etwa

Die aktuelle Version 1.5 der AusweisApp für Windows unterstützt den Internetbrowser Firefox 7. Eine Lösung für die Linux Distributionen wird derzeit erarbeitet.

Auch wenn man über Unity geteilter Meinung sein darf, so gibt es doch kein sehr gutes Bild ab, wenn eine Anwendung (aus welchen Gründen auch immer) eine oder mehrere Benutzeroberflächen nicht unterstützt.

Aber auch der Umstand, das es bei der Linux-Version einer anderen „Lösung“ bedarf, als bei der Windows-Version, um die Anwendung zum Firefox 7 kompatibel zu machen, wirkt nicht wirklich professionell. Zumindest, wenn es darum geht, Software für mehrere Plattformen parallel zu entwickeln. Das die Linux-Version zumindest bei den Versionsnummern hinterherhinkt, fällt da schon nicht mehr arg ins Gewicht.

Liebes BIS, so wird das nix mit der gewünschten Akzeptanz des ePerso. Warum sollte ich mir diesen ach so tollen Personalausweis früher als nötig zulegen, wenn ich ihn nicht mit dem Betriebssystem meiner Wahl nutzen kann? Für die fälligen 29 Euro findet sich garantiert eine bessere Verwendung :mrgreen:

Vielleicht sollte Fedora-Blog.de eine Presseanfrage1 an das verantwortliche BSI richten, ob und wann weitere Distributionen unterstützt werden oder wie man sich als Nutzer einer (noch) nicht unterstützten Distribution verhalten soll, wenn man den ePerso im Internet nutzen möchte 😉

  1. oder zumindest eine Anfrage im Namen von Fedora-Blog.de []