Red Hat: Vista treibt Anwender zu Linux

Wie WinFuture heute berichtet, hat Alex Pichev von Red Hat in einem Interview mit ZDNet die Vermutung geÀuÿert, dass Microsofts neues Betriebssystem Vista viele Anwender in das Linux Lager treiben werden.

Als Grund fÌr diese Vermutung nennt Pinchev die ernormen Hardwareanforderungen von Vista. Laut Pinchev dÌrften sich viele Anwender nach Alternativen umsehen, bevor Sie ihre bestehende Hardware gegen Vista-taugliche Komponenten austauschen. Pinchev wörtlich:

… Die Leute werden sich nach Alternativen umschauen, wenn sie ihre Hardware ersetzen mÌssten. Das ist fÌr uns eine groÿe Möglichkeit, [um Kunden zu gewinnen] …“

3 Antworten auf „Red Hat: Vista treibt Anwender zu Linux“

  1. Diese Aussagen kann ich als Umsteiger nicht nachvollziehen. Ob es der Scanner ist, der nicht erkannt wird oder die fehlenden Multimediafunktionen und viele andere Punkte sind, Windows ist da fÌr Einsteiger sehr einfach, Linux nicht. Wer glaubt, die vielen Foren, Wikis und Blogs sind eine Hilfe, der irrt ganz gewaltig, denn der Ein- und Umsteiger gerÀt in eine Welt, in der „alles ganz einfach ist“ und oft genug nur Befehlszeilen verkÌndet werden. Das ist die Hilfe, die Bill Gates und Steve Ballmer nÌtzt, aber nicht den LinuxanfÀngern wie mir.

  2. Werden Windowsuser wegen Vista zu Linux wechseln?

    Sicher werden viele Windows-User gefrustet nach Alternativen zu Vista suchen. Nicht nur wegen der hohen Hardwareanforderungen, sonder vor allem wegen der Kosten fÌr Vista (und damit nur fÌr das Betriebssystem!). Nicht zu vergessen die GÀngelei mit der neuen und zukÌnftigen Rechteverwaltung in Microssoft-Betriebssystemen.

    Linux als Ausweg? FÌr viele Windowsanwender mit Sicherheit nicht! Zu vieles ist in Linux anders, und oft auch unnötig kompliziert. Seit vielen Monaten beschÀftige ich mich als langjÀhriger Windows-Nutzer mit diesem Thema. In dieser Zeit probierte ich viele verschiedene Distributionen aus (u.a. Debian, Fedora Core 5, Suse 10, Kubuntu, Ubuntu, Simply Mepis), wechselte auch zwischen Gnome und KDE als OberflÀche (verwende auch Anwendungen aus beiden Lagern). Mein derzeitiger Favorit ist Fedora Core 6.

    Meine Erfahrungen als (zufriedener!) Windowsanwender, der seinerzeit noch mit DOS und Kommandozeilen gearbeitet hat und Linux sehr aufgeschlossen gegenÌbersteht:

    1. Es ist fÌr einen echten Tuxianer der alten Schule bestimmt einfach mit Bash-Befehlen in einem Terminal das System zu administieren. Der „normale“ Anwender möchte dies eigentlich nicht, und ein Windowswechsler schon gar nicht.

    2. Aufgrund der geringen Marktdurchdringung ist es fÌr Hersteller von Hardware einfach zu unwirtschaftlich sofort oder Ìberhaupt Treiber fÌr Linux zu programmieren. Zudem sind die Linuxdistributionen oft zu unterschiedlich. Es genÌgt also nicht nur ein Treiber.

    3. Der Standard-Linuxuser will nichts fÌr Linux und Anwendungen zahlen. Also wird propiertÀre Software oft gar erhÀltlich sein oder wird aus rechtlicher Unsicherheit ausgespart (MultimediaunterstÌtzung wie z.B. MP3 o.À.).

    4. Die Linuxwelt lebt von der Vielfalt – und das ist auch gut so. Warum aber ist es eigentlich nicht möglich, den generellen (!!) Aufbau eines Linuxsystems zu standardisieren? Also festzulegen wo die Systemdateien, die Anwenderdaten, Programmdaten usw. in allen Distributionen liegen. Das wÌrde fÌr Anwender und Hardwarehersteller die Sache doch sehr vereinfachen.

    5. Mit den RPM- und DEB-Pakten ist das Installieren von Software in Linux in Verbindung mit den jeweiligen Paketmanagern schon wesentlich einfacher und sicherer geworden – wenn man im Repository der eigenen Distribution bleibt. Aber schon das HinzufÌgen eines weiteren Repository birgt viel Aufwand und teilweise Gefahr in sich. Ganz zu schweigen von „fremden“ RPM-Pakten (oder Debian-Pakten) aus den Weiten des Internet – oder gar von gepackten Paketen, die zuerst entpackt werden mÌssen um dann anhand einer Installationsvorschrift in einer Textkonsole mit weitgehend unbekannten Kommandos compiliert zu werden. Oft genug scheitert man dann noch an fehlenden AbhÀngigkeiten. Ist das alles gemeistert stellt sich dann die Frage: Wie kann man das Programm eigentlich wieder mal deinstallieren oder updaten? Das ging doch am Paketmanager vorbei…

    Auf diese Weise werden – trotz Frust Ìber die Erzeugnisse aus Redmont – nicht viele Windowsnutzer den Weg zu Linux finden. Eine noch einfachere Bedienung mit wesentlich mehr Assistenten (z.B. zum Einrichten eines PDF-Druckers, der nach Abfrage der Optionen gleich alle notwendigen Dateien holt und installiert) wÀre sicher der richtige Weg.

    FÌr den Normalanwender steht nicht die BeschÀftigung mit dem Betriebssystem als Selbstzweck im Vordergrund! Im Idealfall merkt er nichts mehr davon. Und in Zeiten multimedialer und weltweiter Vernetzung ist es ein Unding, dass der User mÌhselig Foren durchforsten muss um dem System dann – vielleicht! – beibringen kann MP3s und DVDs abzuspielen. Das vergrault dann auch noch den letzten Wechselwilligen.

    Es wÀre schade um Linux, das gerade in den vergangen Jahren so groÿe Fortschritte macht. Schlieÿlich ist es die letzte Bastion gegen die ÿbermacht aus Redmont, die jetzt schon mit Novell und Suse einen neuen Versuch der Vereinnahmung startet.

  3. Zu Deiner vierten Anmerkung möchte ich einwenden, das es seit lÀngerem das LSB (Linux Standard Base) Projekt gibt, welches das Ziel verfolgt, den Aufbau der Linux Distributionen soweit möglich zu standartisieren.

    Historisch bedingt kann dieses Ziel jedoch nur in kleinen Schritten verfolgt werden, da keine Distribution in der Lage ist, von heute auf morgen 100% konform zur LSB zu sein. Alleine schon wegen der dafÌr notwendigen men-power.

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