GNOME 2.14 in Fedora Core 5

Es gab von Seiten einiger Blogger die Aufforderung, auf Epiphany zu wechseln als Standard-Browser (z.B. weg von Firefox). Ich kann dem was FC5 und GNOME 2.14 zutrifft nicht zustimmen:

  1. Immer noch verschwinden neue Tabs (nach dem vierten) rechts aus dem Applikationsfenster. Das Verhalten von Firefox ist da besser, da man immer sieht wieviele und welche Tabs man aufhat (dies wird nur mit der Zeit langsamer unÌbersichtlicher – mit Favicons geht es aber meist)
  2. Ok, es soll eine Adblock-Erweiterung geben. Ok, schön – aber ausser meiner eigenen Anfrage habe ich weder Ìber Google noch in der Liste verfÌgbarer Erweiterungen einen Hinweis gefunden. Und vorinstalliert ist es schon gar nicht (mit den epiphany-extensions). Zudem ist epiphany nicht per default bei FC5 vorinstalliert. (Also ganz einfach: Baut einen Adblocker und installiert den einfach per default, wenn es denn einfach sein soll. Ich denke mal nicht, das es das Lizenzprobleme gibt?)
  3. Das HinzufÌgen von Lesezeichen ist alles andere als einfach. Man soll ja jetzt einfach die Themen auswÀhlen. Also nehmen wir an ihr wollt das Fedora Core Blog als Lesezeichen abspeichern und naheliegender Weise auch gleich unter dem „Thema“ „Fedora“. Dann gibt es dafÌr natÌrlich den MenÌeintrag „Lesezeichen>Lesezeichen hinzufÌgen“. Jetzt geht es aber nicht so einfach, das man einfach ein Thema eingibt in dem Eingabefeld „Themen“, sondern man muss dies vorher Ìber „Lesezeichen bearbeiten“ hinzugefÌgt haben. Also hier hÀtte man es wirklich sehr vereinfachen können, Àhnlich wie dies bei del.icio.us mit Lesezeichen geht. Einfach Tags eingeben und fertig. Wenn sie vorhanden sind gibt es AutoergÀnzung. Aber nicht so bei Epiphany. Hier also kein Vorteil
  4. Immer noch kein Google Site Search eingebaut. Ich nutze das wirklich mehrfach tÀglich, weil man meist die lokale Suche der Webseiten vergessen kann. D.h. normalerweise links oben per Googlebar (oder Google Toolbar) Suchbegriff eingeben und auf ein Icon „Aktuelle Site durchsuchen“ klicken.

Was Epiphany also angeht so ist dies also zu Recht nicht vorinstalliert. Gute AnsÀtze aber im Endeffekt nicht praktikabel. Einzig die Schliesskreuze an jedem Tab finde ich besser als bei Firefox, wo es mir stÀndig passiert, das ich den falschen Tab schliesse, weil ich den Mauszeiger ungern im Bild habe und da die neuen Tabs immer rechts sind tendenziell immer den Cursor Ìber dem Schliesskreuz habe. Ein unachtsamer Klick und der aktuelle Tab ist geschlossen

Was das neue „Ekiga“ angeht, so funktioniert das bei mir zumindest nicht „out of the box“ (keine Mikrofonerkennung). Das sollte man jetzt noch nicht verallgemeinern, kann viele Ursachen haben. Im Endeffekt sieht es aber total unattraktiv aus, wenn man es mal mit Skype vergleicht. Aus meiner Sicht eher peinlich, denn der groÿe Entwurf, der jetzt Konkurrenz zu Skype wird. Man, die Leute wollen was sehen, wenn es schon eine neue Version mit neuem Namen gibt, was irgendwie „cool“ ist. EnttÀuschend.

ÿber das Mono-Programm F-Spot spreche ich erst gar nicht. Von der Leistung her ok, aber vom Userinterface eine absolute Katastrophe.: Viel zu groÿes Fenster – kein GNOME-Standard-Dialog fÌr das hinzufÌgen von Ordnern oder gar das Anbieten einer automatischen Suche. Zudem kann man mit F-Spot keine einzelnen Bilder öffnen. Toll – ein Bildbetrachter, mit dem ich nicht einzeln Bilder betrachte kann – ich muss immer gleich ein ganzes Verzeichnis importieren! Ok, es ist ein Bilderverwalter – aber um uns bei GNOME voran zu bringen brauchen wir m.E. Bildbetrachter und Bilderverwaltung aus einer Hand. Vorinstalliert ist bei Fedora allerding gthumb, der im Prinzip aber ein Àhnliches Browser-Konzept hat wie F-Spot. gthumb und F-spot können auch nicht von Netzwerkpfaden öffnen. Jo, wer will auch schon von einem gemeinsamen Samba-Server Bilder lesen? 😉
Also entschuldigt das ich hier jetzt ein bisschen ablÀstere, aber mir fehlt da mit FC5 und GNOME zur Zeit eine klare Linie oder etwas, das mich begeistert. Und dieangekÌndigten Pakete kadischi (Live-Cds selber machen) und Istanbul (Desktop aufzeichnen) sind noch nicht drin. Also die beiden Dinge, die mich theoretisch begeistern könnten, sehe ich nicht.

Aus meiner Sicht sind derzeit sowohl FC5 als auch GNOME zwar handwerklich Ok, aber dennoch lieblos und herzlos zusammengestoppelt. Also nichts was irgendwelche User begeistern sollte und z.B. zum Umstieg bewegen.
Achja, und GAIM funktioniert bei mir nicht (kein Login möglich). Hoffe ich finde da noich das gute Haar nach dem ich suche. Habe das GefÌhl man hat viel unter der Haube getan und dabei die User vergessen. Typische Linux-Fehler.

Thilo

2 Antworten auf „GNOME 2.14 in Fedora Core 5“

  1. Also was Epiphany angeht, kann ich nur zustimmen. Handlingtechnisch ist das Teil absoluter Schrott. Hatte es kurz zum testen drauf, habs aber nach ca 5 Minuten gegen Galeon ausgetauscht. Der is irgendwie durchdachter 😉

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