abrt = Zeitverschwendung(?)

Ich weiss jetzt nicht, ob das nur mir so geht, aber ich habe immer wieder den Eindruck, das die Benutzung von Fedoras abrt (automatic bug reporting tool) im Grunde reine Zeitverschwendung ist, weil es anscheinend Paket-Maintainer gibt, die solche automatisch erzeugten Bugreports konsequent ignorieren. Und um es mal ganz deutlich zu sagen: das finde ich zum kotzen!

Da lädt man also teilweise mehrere MBs an Daten zu den Retrace-Servern hoch, damit die daraus einen Retrace erzeugen und schreibt anschließend (sofern möglich) eine möglichst präzise Beschreibung, wie es zu dem Absturz kam, nur, damit dann der verantwortliche Maintainer einem den (virtuellen) ausgestreckten Mittelfinger zeigt, weil ihn solche Bugs anscheinend nicht interessieren.

Und um ehrlich zu sein, habe ich auch weder Zeit noch Lust, den Maintainern ständig hinterher zu rennen, damit sie sich mal um die von mir gemeldeten Bugs kümmern. Sobald der Bug im Bugtracker angelegt ist, habe ich meinen Teil fürs erste getan und der Ball liegt bei dem Maintainer, der sich gefälligst darum zu kümmern hat.

Bugs jedoch zu ignorieren, bis sie irgendwann automatisch geschlossen werden, weil die Fedora Version, für welche die Bugreports angelegt wurden, EoL ist, ist auf jeden Fall ein ganz schlechter Stil!

IMHO ist der Kommentar von Fedora-Blog.de.
IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

6 Antworten auf „abrt = Zeitverschwendung(?)“

  1. Tja nun, Beispiele gibt es wirklich einige. Nur müßte in diesem Fall erstmal herausgefunden werden, ob diejenige Person, die sich darum kümmern „sollte“, überhaupt noch aktiv ist. Ohne jegliche Kommunikationsversuche ist das im Nachhinein nicht erkennbar. Bugzilla macht es halt zu leicht, ein ticket einfach komplett zu ignorieren. Später kann man immer noch behaupten, es „irgendwie übersehen“ zu haben.

    Ein Blick unter die Haube:

    https://admin.fedoraproject.org/pkgdb/acls/bugs/blueman
    54 bugs! Vermutlich viele davon ohne Antwort. Das überprüfe, wer mag.

    http://koji.fedoraproject.org/koji/packageinfo?packageID=8707
    Der aktuell noch eingetragener Paketierer hat zuletzt 2011-09-21 ein build erstellt.

    Aber ein Paket zu finden, um das sich niemand so recht kümmert, reicht noch nicht für die Schlußfolgerung, daß ABRT generell Zeitverschwendung sei. ABRT (insbesondere ein aussagekräftiger stacktrace) ist in anderen Fällen eine echte Hilfe. Pauschalisieren läßt sich das jedoch nicht. Wenn jemand z.B. schadhafte RAM-chips verbaut hat und Anwendungen spontan „crashen“, löst ein ABRT report nur Stirnrunzeln aus.

    1. Ich sage das ja auch nur von meinem Standpunkt aus. Wenn ich mir die Mühe mache, und mit Hilfe von abrt Bugreports erstelle, die dann einfach ignoriert werden, überlege ich irgendwann schon, ob ich nicht doch einfach auf „Ignorieren“ klicken und mir den Aufwand sparen soll, da es ja eh Zeitverschwendung ist, Bugreports zu schreiben, die dann ignoriert werden.

  2. Jetzt einmal von der anderen Seite gesehen: Als Maintainer bin ich über die endlose Flut an ABRT-Reports mindestens genauso frustriert wie du über deren Nichtbeachtung. Es sind einfach viel zu viele Reports (selbst bei KDE, wo DrKonqi schon viel abfängt und direkt upstream schickt, bleiben immer noch Dutzende Reports übrig), meistens mit viel zu wenig Daten (Die meisten Reporter sind bei den Angaben leider bei weitem nicht so gewissenhaft wie du! Und manchmal ist der Absturz auch leider so eigenartig, daß selbst ein erfahrener Anwender nicht auf Anhieb sagen kann, wie man ihn reproduzieren kann. Und manche Reporter können auch nicht Englisch.), die meisten ABRT-Reporter antworten prinzipiell nie auf Anfragen nach mehr Information (nicht einmal „Sorry, weiß ich nicht.“ sondern wirklich überhaupt nicht, weshalb wir auch wenig Lust haben, unsere Zeit damit zu verschwenden, zu versuchen, einen Dialog aufzubauen), die Reports landen in unserem Bugzilla, während solche Crashes fast immer Upstream besser aufgehoben wären (was heißt, daß wir die alle manuell upstreamen müßten, da uns weder die Software, noch die Reporter (siehe vorhin, die antworten im Regelfall grundsätzlich nie) dabei unterstützen, was aber bei der Flut an Reports nicht machbar ist) usw.

    ABRT mag theoretisch eine gute Idee sein, aber in der Praxis verursacht es leider fast nur Frust. Meiner Meinung nach sollte ABRT aus Fedora entfernt oder zumindest per Default deaktiviert werden. (Daß ABRT in Fedora enthalten und standardmäßig aktiviert ist, haben wir Paket-Maintainer uns ja auch nicht ausgesucht!)

  3. Jetzt haben wir Meinungen aus beiden Perspektiven und da könnte man ja durchaus zur Schlussfolgerung kommen, dass man tatsächlich lieber Bugreports ohne abrt erstellen sollte.

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